Unsere Arbeit während der Pandemie

Seit über einem halben Jahr befinden wir uns inzwischen in einem zur Normalität gewordenen Ausnahmezustand. Einkaufen mit Maske, monatelange Schulschließungen und große Einschränkungen in unserer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen aus Cobor uns Leblang.

Die seit März bis Ende Juni erzwungene Pause unserer Arbeit haben wir im Verein für viele Gedanken und Planungen genutzt. Während der Versorgung der älteren alleinstehenden Dorfbewohner Cobors mit Nahrungsmitteln über einen Zeitraum von 10 Wochen lernten wir ein ungarisch-portugisisches Paar, Antonia und Telmo, kennen. Antonias Eltern sind aus Cobor. Ihr Vater kam letztes Jahr bei einem schlimmen Unfall ums Leben. Telmo ist seit über zwei Jahren in Rumänien. Zu Beginn der Einschränkungen im März kamen beide nach Cobor und boten ihre Hilfe an. So lernten wir sie kennen und schätzen.

Seit Anfang Juli ist Telmo bei unserem Verein angestellt, und wir versuchen langsam, sowohl die bereits bestehenden Aktivitäten wieder anzufangen als auch neue Projekte ins Leben zu rufen. Insbesondere sollen die Angebote nicht mehr von uns als Familie abhängen. Inzwischen gibt es so eine Gruppe für kleine Kinder in Cobor, eine für Jugendliche. Der Flötenkurs findet ebenfalls wöchentlich statt. Und ab Montag fängt die Hausaufgabenbetreuung für alle Coborer Kinder an, ein Angebot, das wir im März nach zehn sehr erfolgreichen Tagen (s. alte Posts) wegen der Schulschließungen wieder unterbrechen mussten. In den kommenden Monaten werden wir die Herausforderung zu meistern haben, eine dauerhafte Finanzierung für Telmos Anstellung und die mit der Hausaufgabenbetreuung verbundenen Kosten zu finden. Zudem würden wir gerne die Angebote in Leblang – derer gab es „seit Corona“ nur sehr einzelne – wieder anbieten können. Unsere zeitliche Kapazität lässt dies im Moment jedoch leider noch nicht zu.

Danke für die Unterstützung, die uns immer wieder zuteil wird! Herzliche Grüße aus Siebenbürgen!

Projektabschluss: Versorgung alleinstehender Menschen aus Risikogruppen mit Lebensmitteln

Gestern haben wir zum vorerst letzten Mal Lebensmittel an alte und kranke Menschen in Cobor ausgeteilt. Die Beschränkungen wurden zu einem großen Teil zurück genommen, und das Erkrankungsrisiko scheint deutlich kleiner zu sein als zu Beginn vor 11 Wochen. Herzlichen Dank an die vielen Menschen, die uns in dieser Zeit unterstützt haben!

Beim letzten Austeilen mit einem der nettesten Menschen Cobors.

Hilfe für Menschen, die von Corona besonders gefährdet sind

Unser Vereinsmitglied Sarah mit einer der vielen alleinstehenden Älteren Damen aus Cobor

Wir befürchten, dass in Rumänien die Möglichkeiten der medizinische Versorgung von Corona-Patienten, die ein Beatmungsgerät benötigen, sehr bald an ihre Grenzen geraten wird. Deshalb ist es hier um so wichtiger alte und kranke Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Deshalb wollen wir als Verein Bun venit Transilvania den besonders gefährdeten Menschen hier in Cobor (und hoffentlich bald auch in Leblang) helfen, dass sie sich völlig isolieren können, um die Gefahr einer Ansteckung so weit wie möglich zu minimieren. Wir wollen diese Menschen etwa einmal wöchentlich mit Lebensmitteln versorgen, so dass sie nicht einkaufen gehen müssen. Dafür lassen wir uns Nahrungsmittel in großen Mengen anliefern. Wir packen sie dann in Pakete für jede Person um und verteilen diese. Zusätzlich wollen wir den Paketen gerne jedes Mal kleine Aufmunterungen beilegen. Ich dachte an gemalte Bilder von unseren Kindern, rumänische Gedichte, Bibelverse und ähnliches. Denn wir denken, dass die Einsamkeit und die Sorgen auch eine sehr große Belastung darstellen. Beim ersten Mal Austeilen am vergangenen Samstag haben unsere Kinder kleine Bilder bemalt, und ich habe sie mit dem Anfang von Psalm 23 auf ungarisch beschriftet. Für weiter Anregungen, was wir den Paketen beilegen könnten, sind wir sehr dankbar.

„Wir bleiben zuhause – Kommt, wir machen etwas schönes“ …

so heißt die neue Gruppe (auf deutsch übersetzt) für Kinder und Jugendliche, die wir auf Facebook eingerichtet haben.

Corona macht uns viele Sorgen und verändert unser Leben grundlegend. Auch unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen mussten wir erst einmal völlig auf Eis legen. Aber jetzt haben wir zumindest ein Gruppe eröffnet, die den Kindern und Jugendlichen helfen soll, sich positiv zu betätigen. Jeden Tag stellen wir in dieser Gruppe Vorschläge ein, die man Zuhause einfach nachmachen kann. Wir erhoffen uns davon, den Kindern Möglichkeiten zu eröffnen, ihre viele freie Zeit sinnvoller zu nutzen, in Kontakt zu bleiben und auch die Kreativität und Neugierde der Kinder zu fördern. Schaut/ Schauen Sie gerne mal in dieser Gruppe vorbei. Man findet sie auf Facebook unter „Stăm acasa. Haideți să facem ceva frumos!“ Natürlich sind die Beiträge auf rumänisch, aber es gibt viele Photos und die meisten Vorschläge sind selbsterklärend, also auch für Kinder in Deutschland geeignet.

Es freut uns, dass dieses Angebot mehr und mehr genutzt wird und wir immer wieder auch Bilder von Kindern auf der Gruppenseite finden, die einen Vorschlag von der Seite nachgemacht haben.

Wir wünschen viel Gesundheit und Kraft für die kommende Zeit.

COVID-19: Einige Stichworte

Ein ziemlich guter Artikel, der sachlich berichtet, wie die aktuelle Lage ist: Sehr schlimm, aber das ist erst der Anfang.

https://www.mdr.de/nachrichten/osteuropa/land-leute/rumaenien-corona-krankenhaus-100.html

Die offiziellen Strukturen brechen zusammen. Aber es gibt sehr viele Initiativen von Privatpersonen und NGOs. 

Es wird eine sehr schwere Zeit auf uns alle zukommen (auch in Deutschland, das will ich nicht beschönigen). Unsere bisherigen Angebote ruhen. Neue haben begonnen: Wir versorgen Kinder aus der Umgebung mit Ideen zum Basteln. Und nachher werden wir die ersten Lebensmittel an bedürftige Alte, Kranke und Familien verteilen. 

Weitere Nachrichten folgen.

Coronavirus: Alle Angebote ruhen

Seit gestern, 11. März 2020, sind in Rumänien alle Schule und Kindergärten geschlossen. Wir halten uns an diese offiziellen Vorgaben für die voruniversitäre Bildung und haben auch unsere Angebote pausiert. Das Ende der Schulschließungen ist bisher auf 22. März 2020 festgelegt, aber wir gehen fest von einer Verlängerung aus.

Aktuell denken wir darüber nach, ob wir täglich online Videos zur Verfügung stellen, die von Schülern (teilweise mit ihren Eltern) auf freiwilliger Basis durchgearbeitet werden können, um den Ausfall der Schule wenigstens teilweise zu kompensieren. Wir würden dafür auf vorhandenes Material zurückgreifen. Diese Überlegungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Wir wünschen Ihnen allen viel Gesundheit und Gottes Segen!

Ihre Familie Schöll
„Bun venit – Willkommen! e.V.“ und „Asociatia Bun venit Transilvania“

Hausaufgabenbetreuung hat sehr gut angefangen

Stark dezimiert durch Krankheit – aber alle anderen Coborer Schulkinder sind da.

Heute war das zweite mal Hausaufgabenbetreuung durch unseren Verein in Cobor. Das tägliche Angebot wird bisher sehr gut angenommen. So gut, dass wir leichte Platz- und Kapazitätsprobleme bekommen werden, wenn die aktuell fünf kranken Kinder wieder dazukommen werden. Sogar zwei sehr positive Rückmeldungen von Seite der Eltern (das ist sehr selten) haben wir erhalten. Kurz nach dem Ende des heutigen Angebots kamen mir auf der Straße singende Kinder entgegen. So soll es sein!

Neues Angebot: Hausaufgabenbetreuung in Cobor

Am kommenden Montag, 2. März, werden wir unser bislang größtest Angebot eröffnen: Eine tägliche Hausaufgabenbetreuung in unserem Wohnort Cobor. Dazu konnten wir eine pensionierte Grundschullehrerin gewinnen, die dafür ab übermorgen bei unserem rumänischen Verein angestellt sein wird. An jedem Nachmittag an einem Schultag wird sie für zwei Stunden für alle Coborer Schüler in einem Klassenzimmer der Grundschule Cobor sowohl Unterstützung bei den Hausaufgaben bieten als auch die gegenseitige Hilfe der Schüler untereinander fördern. Nach diesen zwei Stunden sollen die Schüler alle Hausaufgaben erledigt haben, für den folgenden Schultag vorbereitet sein und eine schöne Zeit mit ihren Schulkameraden verbracht haben. Im besten Fall war sogar noch Zeit für einige edukative Spiele und Aktivitäten. Zudem wird unsere Bibliothek dort wieder zur oftmals notwendigen Leseförderung zum Einsatz kommen.

Der Klassenraum in der Coborer Gundschule, seit Mittwoch eingerichtet für unsere Hausaufgabenbetreuung. Wir wünschen uns, diesen Raum jeden Nachmittag mit fröhlichen Schülern gefüllt zu sehen.

Ausflug nach Sibiu – 23. November 2019

Gruppenfoto beim naturhistorischen Museum Hermannstadt

Mit den Teilnehmern des Alphabetisierungskurs, der Mittleren und der Großen-Gruppe ging es heute nach Sibiu. Hier galt es viel zu entdecken. Die Tour fing im Naturkundemuseum an. Im Garten konnten die Kinder und Jugendlichen Dinosaurierfiguren bewundern, drinnen gab es anschließend verschiedenste Tiere zu bewundern. Als der Wissensdurst gestillt war ging es weiter auf den Weihnachtsmarkt wo man sich umschauen konnte, auch hier gab es natürlich das ein oder andere zu entdecken und zu schmecken. Das Highlight des Tages war die Orgelführung in der evangelischen Kirche. Hier wurde mit viel Liebe und Leidenschaft gezeigt wie eine Orgel funktioniert und die Kinder und Jugendlichen konnten nicht nur beobachten, sondern auch selber spielen. Der krönende Abschluss war, dass die Organistin Despasito auf der Orgel gespielt hat. Das gemeinsame Abendessen hat dann die Rückfahrt eingeleitet.