Sergiu

Sergiu kennen wir schon lange. Er ist schon 18 Jahre alt und kam schon bald nachdem wir vor 8 Jahren angefangen hatten, zu uns ins Programm. Die letzten Jahre sehen wir ihn leider nur noch recht unregelmäßig, weil er seinem Vater beim Kühe-melken helfen muss und so während der Freitagsgruppe von Michael keine Zeit hat. Aber Sergiu hat in unserem Alphabetisierungskurs lesen, schreiben und rechnen gelernt. (Das war noch vor Corona…) Vor etwa einem halben Jahr, habe ich ihn mal getroffen, als ich die jüngeren Kinder zum Programm abgeholt habe. Ich freue mich immer ihn zu treffen. Er ist zwar immer wieder ein bisschen überdreht, aber ein sehr netter Kerl. Natürlich sprechen wir ein bisschen, während ich darauf warte, dass alle Kinder sich bereit machen. Und da sagt er zu mir: “Doamna Chris, ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich im Jugendraum Lesen lernen konnte. Ich weiß genau, dass es nicht selbstverständlich ist, was Sie und Michael für uns machen.” Da war ich baff. Denn ich hätte nicht erwartet, dass mal einer der damaligen Schüler das so sagen würde und schon gar nicht zu mir, denn ich war ja nur indirekt beteiligt. Ich selbst habe Sergiu nicht lesen und schreiben beigebracht, aber er hat verstanden, dass Michael und ich durch den Verein die Grundlagen geliefert haben, dass er in unseren Räumen den Unterricht besuchen konnte.

Jetzt war Sergiu im Sommerprogramm für die Großen dabei. Er hatte mir schon davor gesagt, dass er diese Tage immer sehr genießt, dass sie wie Urlaub für ihn sind. Der Vater verzichtet die Tage vom Ferienprogramm auf Sergius Hilfe, damit er mitgehen kann, was auch nicht selbstverständlich ist. Und Sergiu war mit vollem Eifer dabei und hat schließlich auch als erster den Piratenschatz entdeckt. Das hat er sehr verdient. Denn er hat die Stimmung in unserer Gruppe wirklich sehr positiv beeinflusst. Und wenn es sein musste Aufgaben auch allein gelöst, wenn sich keines der Mädchen aufraffen konnte (-;

Sergiu ist der, der versteckt am Turm arbeitet (-;

Juchhu wir haben einen Spielplatz!

Schon seit längerem hatten wir die Idee einen Spielplatz einzurichten, den alle Kinder aus dem Dorf nutzen können. Denn in Cobor gibt es keinen öffentlichen Spielplatz.

Vergangene Woche haben wir den Spielplatz eingeweiht. Die Kinder durften einen “Führerschein” machen, der zeigt, dass sie den Spielplatz in guter Weise nutzen können (-; So wie es sich für einen richtigen Führerschein gehört, haben wir eine kleine Einheit Theorie gemacht, in der wir die Regeln für die Spielgeräte besprochen haben. Und dann durfte jedes Kind eine kleine “praktische Prüfung” machen. Alle haben mit Bravour bestanden und ein Kind meinte: “Ach wenn das mit dem echten Führerschein nur auch so einfach gehen würde”

Nach der praktischen Prüfung durfte man natürlich weiter spielen oder noch ein bisschen basteln und malen…
im vergangenen Schuljahr gab es einen Malkurs für die Kinder aus Cobor und weil wir zur Spielplatzeinweihung auch die Eltern eingeladen haben, haben wir die Gelegenheit genutzt, die Bilder der Kinder schon einmal auszustellen. Im August folgt noch eine größere Ausstellung im Rahmen des EU-Projekts, von dem der Malkurs gefördert wurde.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Pfadfindern von vergangegenem Sommer, die uns das Geld für das große Spielgerät mit Rutsche und Schaukel gespendet haben!

Letztes Jahr waren die Pfadfinder Superhelden. Alle Kinder warten schon gespannt auf die Pfadfinder von diesem Jahr. Sie kommen Anfang August.

Wasser ist Leben! – Der Weg des Wassers

Am vergangenen Donnerstag machten wir mit Jugendlichen aus den Dörfern Leblang und Cobor (Teilnehmer des Projekts “Wasser ist Leben”) einen ganztägigen Ausflug. Wir hatten die außergewöhnliche Gelegenheit, sowohl die Trinkwasseraufbereitungsanlage als auch die Kläranlage Kronstadts zu besichtigen.

In beiden Einrichtungen wurden wir von motivierten und erfahrenen Mitarbeitern empfangen und durch alle wesentlichen Komponenten der jeweiligen Anlagen geführt. So konnten wir das trübe Wasser aus dem Stausee oberhalb von Kronstadt bis zum wieder klaren (aber trotzdem noch mit Schadstoffen belasteten) Wasser nach der Kläranlage verfolgen. Nebenbei warfen wir einen Blick auf allerhand Müll und die Ausscheidungen Kronstadts, was für unsere Geruchsorgane eine nicht unbeträchtliche Herausforderung darstellte.

Endlich!

Schon lange freuen wir uns auf unseren neuen Raum, wie man auch an einigen der letzten Posts sieht. Heute war es endlich so weit: Wir hatten die erste normale Jugendstunde im neuen Raum! Es war sehr gut! Nach dem geplanten, festen Programm konnten sich problemlos Untergruppen bilden, die unterschiedlichen Aktivitäten nachgingen und sich gegenseitig nicht störten. Der Bartisch eignet sich sehr gut für Armdrücken, aber auch 12 bis 16 Personen können problemlos gemeinsam Spiele dort spielen. Die Sitzecken sind gemütlich, wenn auch wegen kühler Temperaturen die Nähe zum Ofen gesucht war. Nächste Woche kommt noch eine weitere Attraktion. Diese werde ich dann bei Gelegenheit hier vorstellen. 🙂

Der neue Jugendraum…

Es ist wieder einiges geschehen in dieser Woche. Der neue Jugendraum ist annähernd fertig. Verbleibende Arbeiten (v.a. Wasseranschluss, WC, Waschbecken).werden durchgeführt, wenn die Temperaturen wieder wärmer sind. Aktuell haben wir nachts teils unter -20 Grad. Jetzt werden wir den Jugendraum einrichten und in Betrieb nehmen. Im Frühjahr wird es dann noch eine offizielle Einweihung geben. Was für schöne Entwicklungen!

Schultransport

Unser Verein unterstützt seit einigen Wochen eine Elterninitiative für den Transport von Schülern aus Cobor zu den weiterführenden Schulen nach Fogarasch. Ein nicht ganz günstiges Unterfangen, da zunächst ein Bus angeschafft wurde, der dann auch gleich eine große Reparatur benötigte. Unsere Freundin Anne – ebenfalls langjährige Mitarbeiterin und Mitglied in unserem Verein – hat einen Spendenaufruf geschrieben, den wir gerne hiermit weitergeben! Danke an Anne und alle, die diese Projekt unterstützen!

Der zunächst geliehene Bus ist kaputt, der neue noch nicht da: Nicht nur wir transportieren notgedrungen mit unseren Privatautos…

Wie im Dschungel

Bei uns ist es laut, bunt und voll.

So ähnlich wie auf unserem Dschungelbild, zu dem alle Kinder etwas beigetragen haben, fühlen wir uns manchmal in der kleineren Gruppe in Leblang. Es kommen meist über 20 Kinder. Es ist voll, laut und bunt mit all seinen guten, aber auch anstrengenden Seiten. Wir sind sehr dankbar, dass so viele Kinder, gerade aus ganz armen Verhältnissen, so gerne in unser Programm kommen. Aber wir müssen immer wieder neu überlegen, wie wir unser Programm so strukturieren können, dass das, was wir sagen möchten, bei den Kindern auch ankommt…

Cobor ist schön… – Jugendliche werden zu Dorfexperten

Cobor ist schön! Das finden immer mehr Menschen aus der Stadt und machen hier ein paar Tage Urlaub. Viele der Kinder und Jugendlichen aus Cobor sehen die schönen Seiten von Cobor nicht so deutlich, denn die waren ja schon immer da (-; Und viele Menschen von hier ziehen aus Cobor weg, weil sie denken, dass sie es woanders schöner und besser haben können.

Was aber, wenn die Touristen aus der Stadt und die Jugendlichen von hier zusammen kommen? Wir denken, dass davon beide Seiten sehr profitieren können. Die einen bekommen die schönen Seiten von den wahren Experten dieses Dorfes gezeigt und die anderen lernen ihr schönes Dorf mit neuen Augen zu betrachten.

So ist die Idee entstanden, einige interessierte Kinder zu Dorfexperten auszubilden, die dann Touren für Touristen anbieten können.

Wir haben schon gemeinsam etwas über die reformierte Kirchenburg gelernt

Und wir haben schon vorbereitet und geübt Besucher, durch den Ort zu führen

Bis zum Sommer, wenn es mit den Führungen so richtig los gehen soll, ist noch einiges zu tun. Wir werden noch die Gegend um Cobor erkunden und uns schöne Spazierwege überlegen. Mit Hilfe des Försters und der Mitarbeiter der Biofarm wollen wir uns über die Tier- und Pflanzenwelt von unserer Gegend informieren und wir werden einen Ausflug nach Viscri und einen nach Brasov machen, um zu sehen, wie dort Besucher, über die Kirche und den Ort informiert werden. Vielleicht machen wir auch selbst eine Stadtführung…

Stiintescu – Ausflug zum Wasserwerk am Vidraru-See

Seit diesem Schuljahr haben wir das Projekt “Wasser ist Leben!”. In diesem Projekt lernen wir die Wichtigkeit sauberen Wassers in unserer Umgebung kennen, lernen die Gefahr, die von Umweltverschmutzung ausgeht und Möglichkeiten, Wasser nachhaltig zu nutzen. Ein Beispiel für die nachhaltige Nutzung von Wasser ist die Wasserkraft. Daher starteten 22 Teilnehmer am vergangenen Dienstag über die Berge bis zum Wasserkraftwerk am Vidraru-See. 104 Meter unter der Erde befinden sich 4 riesige Turbinen, jede einzelne kann eine Kleinstadt versorgen. Es war eindrucksvoll, diese aus nächster Nähe zu betrachten. Auf dem Rückweg machten wir Halt bei verschiedenen anderen Stellen: Die riesige Staumauer (167m hoch), die den Stausee zur Versorgung des Kraftwerks hält. Den Balea-See, an dem uns eine Wolke innerhalb von Sekunden die Sicht auf wenige Meter verkürzte. Es war sogar schwer, den Ausgang des Parkplatzes zu finden. Auf dem Weg sahen wir noch zwei Wasserfälle und natürlich die Sonnernfinsternis! Ein gemeinsames Essen in Fagaras rundete den Tag ab. Wenn wir nun den Lichtschalter betätigen oder das Fernsehen einschalten, können wir daran denken, dass ein Teil des dafür benötigten Stroms aus den Bergen kommt, wo der ewige Wasserkreislauf uns nachhaltige Energie schenkt. Ein sehr gelungener Tag!

Das Projekt wird finanziert vom “Fond Stiintescu Fogarascher Land” (verwaltet von der “Stiftung Gemeinschaft Fogarascher Land”). Die Organisation und Durchführung liegt bei unserem Verein.