Wie im Dschungel

Bei uns ist es laut, bunt und voll.

So ähnlich wie auf unserem Dschungelbild, zu dem alle Kinder etwas beigetragen haben, fühlen wir uns manchmal in der kleineren Gruppe in Leblang. Es kommen meist über 20 Kinder. Es ist voll, laut und bunt mit all seinen guten, aber auch anstrengenden Seiten. Wir sind sehr dankbar, dass so viele Kinder, gerade aus ganz armen Verhältnissen, so gerne in unser Programm kommen. Aber wir müssen immer wieder neu überlegen, wie wir unser Programm so strukturieren können, dass das, was wir sagen möchten, bei den Kindern auch ankommt…

Cobor ist schön… – Jugendliche werden zu Dorfexperten

Cobor ist schön! Das finden immer mehr Menschen aus der Stadt und machen hier ein paar Tage Urlaub. Viele der Kinder und Jugendlichen aus Cobor sehen die schönen Seiten von Cobor nicht so deutlich, denn die waren ja schon immer da (-; Und viele Menschen von hier ziehen aus Cobor weg, weil sie denken, dass sie es woanders schöner und besser haben können.

Was aber, wenn die Touristen aus der Stadt und die Jugendlichen von hier zusammen kommen? Wir denken, dass davon beide Seiten sehr profitieren können. Die einen bekommen die schönen Seiten von den wahren Experten dieses Dorfes gezeigt und die anderen lernen ihr schönes Dorf mit neuen Augen zu betrachten.

So ist die Idee entstanden, einige interessierte Kinder zu Dorfexperten auszubilden, die dann Touren für Touristen anbieten können.

Wir haben schon gemeinsam etwas über die reformierte Kirchenburg gelernt

Und wir haben schon vorbereitet und geübt Besucher, durch den Ort zu führen

Bis zum Sommer, wenn es mit den Führungen so richtig los gehen soll, ist noch einiges zu tun. Wir werden noch die Gegend um Cobor erkunden und uns schöne Spazierwege überlegen. Mit Hilfe des Försters und der Mitarbeiter der Biofarm wollen wir uns über die Tier- und Pflanzenwelt von unserer Gegend informieren und wir werden einen Ausflug nach Viscri und einen nach Brasov machen, um zu sehen, wie dort Besucher, über die Kirche und den Ort informiert werden. Vielleicht machen wir auch selbst eine Stadtführung…

Stiintescu


Fondul Științescu finanțează proiecte care pot ajuta copiii să își dezvolte pasiunea pentru știință. [“Der Fond Stiintescu finanziert Projekte, die Kindern (und Jugendlichen) helfen können, eine Leidenschaft für Naturwissenschaften zu entwickeln”]

Michael hat ein Projekt für die Jugendlichen aus Leblang und Cobor beantragt. Darin wollen wir gemeinsam mit den Jugendlichen verborgene Welten erkunden, die man mit bloßem Auge nicht sehen kann: Mit einem Teleskop erkunden wir den Weltraum und mit 10 Mikroskopen erforschen wir, was es in einem Wassertropfen oder einer Zwiebelschale zu entdecken gibt. Das Projekt wurde genehmigt und Michael hat nun bereits die Mikroskope und das Teleskop gekauft und mit den Jugendlichen einen Ausflug nach Kronstadt gemacht. Sie haben dort das Museum für Naturwissenschaften und das Planetarium besucht.

Im Planetarium
Im naturwissenschaftlichen Museum

Jetzt warten wir auf gutes Wetter, für einen klaren Sternenhimmel. Die Mikroskope und einige Präparate von Michael stehen schon zum Arbeiten bereit.

Eulen in Leblang

Gestern (23.9.2021) waren Anne und ich in Leblang und haben uns mit den Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter getroffen. Es war ein recht gemischter Nachmittag und damit ziemlich typisch für das Programm in Leblang:

Ein paar Fakten: Es waren insgesamt 17 Kinder da. Sie kamen alle aus der sogenannten “Ziganie” einem separaten Ortsteil von Leblang, in dem sehr arme Familien wohnen. Die Kinder waren im Alter zwischen 4 und 13 Jahren. Einige der schulpflichtigen Kindern gehen nur sehr unregelmäßig in die Schule.

Ablauf: In Leblang und in Cobor versuchen wir immer nach einem festen Ablauf vorzugehen, der sich bewährt hat.

  1. Am Anfang begrüßen wir uns und singen ein paar Lieder. Seit neuestem zählen wir immer gemeinsam durch, wieviele wir sind. Damit die Kinder eine bessere Vorstellung von Zahlen bekommen.
  2. Dann lesen wir eine Geschichte vor (aus einem der Bücher unserer Bibliothek. Dieses Mal ging es um drei Eulenküken, die nachts aufwachen und merken, dass die Mutter nicht da ist. Sie machen sich Gedanken, was sie wohl gerade macht und wann sie wohl wieder kommt…
  3. Wir basteln etwas. Dieses Mal, die Eulen, die oben zu sehen sind.
  4. Oft spielen wir zum Abschluss noch ein Spiel (“Feuer, Wasser, Sturm” ist sehr beliebt) Und dann singen wir unser Abschlusslied und schicken die Kinder nach Hause. Manche helfen uns immer noch gerne beim Aufräumen.

Einige Einblicke:

  • Dieses Mal war das Ende anders, weil wir gehört hatten, dass es vielen Kindern an Dingen für die Schule mangelt. Eine Familie hatte uns zum Beispiel gesagt, sie könnten ihre Kinder noch nicht in die Schule schicken, weil sie keine Schultaschen hätten. Anne hat dann Spenden aus Fogarasch organisiert (Tachen, Mäppchen, Wasserfarbkästen und ähnliches). Diese haben wir am Ende ausgeteilt. Wie zu erwarten gab es Streit und Missmut, weil nicht alle genau das Gleiche bekommen haben und es war wie immer sehr schwer herauszufinden, wer wirklich etwas benötigt und wer nicht. Wir kamen wieder einmal zu dem Ergebnis, dass es gut ist, dass wir nur selten Dinge austeilen (-;
  • Gestern waren die Kinder verhältnismäßig unruhig. Nur beim Basteln ging es sehr gut. Das gefällt den Kindern sehr, jeder kann in seinem eigenen Tempo arbeiten und alle sind beschäftigt. Die Kinder am Ende wieder zu sammeln ist immer besonders schwierig. Als wir endlich alle wieder Stuhlkreis hatten, ist etwas passiert, was ich auch schon in Cobor erlebt habe und was auch schon früher manchmal passiert ist: Ein kleiner Junge hat seiner Nebensitzerin ins Gesicht gespuckt. Sie war sicherlich nicht unbeteiligt an seinem Ärger, aber gesehen habe ich halt nur ihn. Was jetzt tun? Wäre der Junge älter gewesen, hätte ich ihn wohl nach Hause geschickt. So habe ich ihm gesagt, dass er den Stuhlkreis verlassen soll und in die Ecke stehen muss (pädagogisch nicht so besonders wertvoll, aber spontan habe ich keine bessere Lösung gefunden). Dann habe ich den Kindern gesagt, dass solche Dinge hier nicht vorkommen sollen, genauso wenig wie Schlagen zum Beispiel. Dann habe ich noch gefragt, ob sie denn auf die Idee kommen würden in der Schule zu spucken. Und alle mit Entrüstung: “Nein natürlich nicht”. “Aha”, habe ich gesagt, “und hier wollen wir das auch nicht.” Dann sagte einer der älteren Kinder: “In der Schule werden wir an den Ohren gezogen, wenn wir spucken.” So viel zu, “wir spucken in der Schule nicht” und zu den pädagogischen Methoden, die hier auf dem Land verwendet werden.

Hilfe für Menschen, die von Corona besonders gefährdet sind

Unser Vereinsmitglied Sarah mit einer der vielen alleinstehenden Älteren Damen aus Cobor

Wir befürchten, dass in Rumänien die Möglichkeiten der medizinische Versorgung von Corona-Patienten, die ein Beatmungsgerät benötigen, sehr bald an ihre Grenzen geraten wird. Deshalb ist es hier um so wichtiger alte und kranke Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Deshalb wollen wir als Verein Bun venit Transilvania den besonders gefährdeten Menschen hier in Cobor (und hoffentlich bald auch in Leblang) helfen, dass sie sich völlig isolieren können, um die Gefahr einer Ansteckung so weit wie möglich zu minimieren. Wir wollen diese Menschen etwa einmal wöchentlich mit Lebensmitteln versorgen, so dass sie nicht einkaufen gehen müssen. Dafür lassen wir uns Nahrungsmittel in großen Mengen anliefern. Wir packen sie dann in Pakete für jede Person um und verteilen diese. Zusätzlich wollen wir den Paketen gerne jedes Mal kleine Aufmunterungen beilegen. Ich dachte an gemalte Bilder von unseren Kindern, rumänische Gedichte, Bibelverse und ähnliches. Denn wir denken, dass die Einsamkeit und die Sorgen auch eine sehr große Belastung darstellen. Beim ersten Mal Austeilen am vergangenen Samstag haben unsere Kinder kleine Bilder bemalt, und ich habe sie mit dem Anfang von Psalm 23 auf ungarisch beschriftet. Für weiter Anregungen, was wir den Paketen beilegen könnten, sind wir sehr dankbar.

„Wir bleiben zuhause – Kommt, wir machen etwas schönes“ …

so heißt die neue Gruppe (auf deutsch übersetzt) für Kinder und Jugendliche, die wir auf Facebook eingerichtet haben.

Corona macht uns viele Sorgen und verändert unser Leben grundlegend. Auch unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen mussten wir erst einmal völlig auf Eis legen. Aber jetzt haben wir zumindest ein Gruppe eröffnet, die den Kindern und Jugendlichen helfen soll, sich positiv zu betätigen. Jeden Tag stellen wir in dieser Gruppe Vorschläge ein, die man Zuhause einfach nachmachen kann. Wir erhoffen uns davon, den Kindern Möglichkeiten zu eröffnen, ihre viele freie Zeit sinnvoller zu nutzen, in Kontakt zu bleiben und auch die Kreativität und Neugierde der Kinder zu fördern. Schaut/ Schauen Sie gerne mal in dieser Gruppe vorbei. Man findet sie auf Facebook unter „Stăm acasa. Haideți să facem ceva frumos!“ Natürlich sind die Beiträge auf rumänisch, aber es gibt viele Photos und die meisten Vorschläge sind selbsterklärend, also auch für Kinder in Deutschland geeignet.

Es freut uns, dass dieses Angebot mehr und mehr genutzt wird und wir immer wieder auch Bilder von Kindern auf der Gruppenseite finden, die einen Vorschlag von der Seite nachgemacht haben.

Wir wünschen viel Gesundheit und Kraft für die kommende Zeit.